Wie man sich mit einer rechteckigen Körperform stilvoll kleidet | Alltagstauglicher Style

Immer wieder werde ich gefragt: „Wie kleide ich mich passend zu meiner Körperform?“ Auch wenn das Anpassen des eigenen Stils an die Körperform vieles vereinfachen kann, wirkt der Einstieg oft überfordernd. Deshalb habe ich leicht verständliche Tipps zusammengestellt, die auf verschiedene Körperformen zugeschnitten sind. Vorab ein paar wichtige Punkte:

Ich konzentriere mich auf die vier Haupt-Körperformen. Nach meiner Erfahrung lässt sich jede Silhouette einer dieser Kategorien zuordnen oder ist eine Mischung daraus. Je mehr Formen man unterscheidet, desto schwieriger wird es, seine eigene zu identifizieren.
Beginne damit, deine dominante Körperform zu bestimmen, und suche dir danach eine sekundäre aus. Passe die Richtlinien flexibel an. Wenn du unsicher bist, wähle einfach die Form, die am ehesten zu dir passt, und starte damit.
Selbst Menschen mit der gleichen Körperform können sehr unterschiedlich aussehen. Manche wirken eher apfelförmig, andere haben eine ausgeprägte Sanduhr-Silhouette. Je klarer deine Form erkennbar ist, desto hilfreicher sind diese Tipps.
Nimm die Hinweise mit, die für dich sinnvoll sind, und ignoriere den Rest. Die Empfehlungen sollen das Styling erleichtern, nicht in starre Regeln pressen. Pablo Picasso sagte: „Lerne die Regeln wie ein Profi, damit du sie wie ein Künstler brechen kannst.“ Wenn du das „Warum“ hinter den Tipps verstehst, kannst du sie besser an deine Vorlieben anpassen.

Mehr Infos zu den verschiedenen Körperformen findest du in unserer Podcast-Folge Body Type Basics. Oder mach unser Quiz, falls du deine Form noch nicht kennst.

Die rechteckige Körperform

Die Rechteck-Form zeichnet sich durch eine ausgewogene Proportion von Schultern, Brust und Hüften aus, wobei die Taille wenig definiert ist.

Aus meiner Sicht ist das Rechteck am einfachsten zu stylen, aber am schwersten zu beraten. Viele Kleidungsstücke sind genau für diese Form entworfen, und die harmonischen Proportionen passen zu fast allen Stilrichtungen. Die Herausforderung: Rechtecke zeigen viel mehr Variation als andere Formen. Beim Zu- oder Abnehmen verändern sich ihre Proportionen oft stärker.

Ein häufiger Irrtum: Rechtecke seien immer groß, schlank oder jungenhaft gebaut. Das stimmt nicht. Viele Frauen mit dieser Form erkennen sich darin nicht sofort wieder. Schultern können schmal oder breit sein, die Brust groß oder klein, die Hüften ebenso. Entscheidend ist einzig, dass Ober- und Unterkörper ausgeglichen wirken und die Taille relativ gerade verläuft.

Wenn du deine sekundäre Körperform kennst, wird das Styling leichter:

  • Mit vollerem Busen oder kräftigerem Bauch: An Apple-Tipps orientieren.
  • Mit mehr Gewicht an Hüfte und Oberschenkeln: Pear-Guidelines nutzen.

Eine interessante Zwischenform nennt sich „Hourtangle“ – nicht ganz Sanduhr, nicht ganz Rechteck. Der Trick: Probiere Hosen an, um zu sehen, ob du eher zur Sanduhr oder zum Rechteck tendierst.

Weitere Varianten:

  • Das „I“ oder Banana-Rechteck: Sehr gerade und oft schlank. Ziel: Kurven und Bewegung erzeugen.
  • Das „H“ oder Brick-Rechteck: Gerade, aber oft kräftiger gebaut oder muskulös. Ziel: Kurven schaffen und strecken.
  • Das „O“ oder Oval: Gewicht lagert sich vor allem am Bauch ab, ähnlich dem Apple-Typ, allerdings meist mit schmaleren Schultern und weniger Busen.

Da viele Kleidungsstücke ohnehin für Rechtecke designt sind, ist das Styling meist unkompliziert. Wer sich trotzdem unsicher fühlt, sollte seine individuellen Proportionen analysieren und eventuell Inspiration von seiner zweiten Körperform holen. So lassen sich Rechteck-Proportionen ideal zur Geltung bringen.

Styling für die Rechteck-Körperform

Du kannst entweder Kurven erzeugen oder die gerade Form bewusst betonen – beides funktioniert gut. Wenn du weniger natürliche Kurven hast, braucht es etwas mehr Styling-Aufwand.

Oberteile & Jacken für Rechtecke

  • Der richtige Ausschnitt ist entscheidend:
    • Hohe Ausschnitte (Rollkragen, Rundhals) für kleinere Oberweite und langen Hals.
    • V-Ausschnitt und tieferer Rundhals bei mehr Oberweite oder kürzerem Hals.
  • Details wie Rüschen, Colorblocking oder diagonale Linien bringen Bewegung und lockern die gerade Silhouette auf.
  • Gürtel, Taillenbänder und Wickeldetails betonen die Mitte und formen Kurven. Peplum-Schnitte sind hier ideal.
  • Ärmelvarianten wie Trompeten-, Glocken- oder Lagenärmel sorgen für Volumen und lenken den Blick.
  • Oversize-Styles passen gut, solange sie mit Struktur kombiniert werden, z. B. mit einem Halbtuck oder schmalen Ärmeln.
  • Für einen weicheren Look: Fließende Stoffe und lockere Schnitte. Für mehr Kurven: Strukturierte, körpernahe Stoffe.

Kleider für Rechtecke

  • Taillierte Passformen wirken oft am besten, z. B. Fit-and-Flare-Schnitte.
  • Shift- und Swingkleider eignen sich, wenn die Taille weniger ausgeprägt ist.
  • Hemdblusenkleider, ob mit oder ohne Gürtel, sind ebenfalls ideal.
  • Für mehr Kurven: Wickelkleider oder figurbetonte Etuikleider ausprobieren.
  • Jumpsuits und Overalls funktionieren nach denselben Regeln wie Kleider.

Hosen & Röcke für Rechtecke

  • Generell sind fast alle Hosenformen möglich.
  • Für mehr Kurven: Enge Röcke, Jeans oder schmal geschnittene Hosen wählen.
  • Ausgeglichenheit beachten: Voluminöses Oberteil → schmalere Hose, und umgekehrt.
  • Röcke mit Rüschen, Falten oder Taschen zaubern Volumen an die Hüften.
  • Wer die gerade Form betonen möchte, greift zu Bleistift-, Bias- oder geraden Röcken.
  • Röcke, die ab der Taille ausgestellt sind, machen die Mitte optisch schmaler.

Zusätzliche Styling-Tipps für Rechtecke

  • Investiere zuerst in einen gut sitzenden BH – die Basis jedes Outfits!
  • Accessoires gezielt einsetzen:
    • Kurze Statement-Ketten oder Ohrstecker → Fokus auf den Oberkörper.
    • Lange Ketten → Figur optisch strecken.
  • Eine „Farb-Säule“ tragen (Ober- und Unterteil in einer Farbe), darüber ein kontrastierender Blazer, und mit einem Gürtel die Taille betonen.
  • Wichtig ist immer, wie das gesamte Outfit wirkt, nicht jedes Teil für sich. Verschiedene Kombinationen ausprobieren und schauen, was am besten harmoniert.

Wenn du möchtest, helfe ich dir auch gerne, diese Tipps in einen kurzen Leitfaden für deinen Blog oder dein Projekt umzuschreiben. Soll ich?